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Kurze Definition : Was ist ein dynamischer Stromtarif?
Die Mehrheit der Haushalte nutzt in Deutschland noch einen Stromtarif mit Fixpreisen. Allerdings gibt es auch Alternativen, wie beispielsweise einen sogenannten dynamischen Stromtarif. Ein dynamischer Stromtarif ist ein Stromvertrag, bei dem sich der Preis an den Börsenstrompreisen orientiert. Je nach Anbieter ändern sich die Kosten hier stündlich oder sogar viertelstündlich. Strom ist dann teurer, wenn die Nachfrage hoch ist, etwa in den Abendstunden, und günstiger, wenn viel Strom im Netz verfügbar ist, beispielsweise bei starkem Wind oder intensiver Sonneneinstrahlung.
Seit 2025 sind Stromanbieter verpflichtet, mindestens einen dynamischen Tarif anzubieten. Technische Grundlage dafür ist ein intelligentes Messsystem, kurz iMSys. Dieser digitale Zähler ermöglicht eine zeitgenaue Erfassung des Stromverbrauchs, meist in 15-Minuten-Intervallen, und ist Voraussetzung für die genaue Abrechnung nach variablen Preisen.
Preisentwicklung 2025: Ein Rückblick
Das Jahr 2025 zeigt eindrucksvoll, wie sich der Strommarkt weiterentwickelt und welche neuen Möglichkeiten sich für Verbraucher eröffnen. Ein Vergleich der Bundesnetzagentur von dynamischen Strompreisen im Vergleich zu klassischen Fixpreistarife zeigt: Seit April 2025 sind dynamische Stromtarife im Durchschnitt günstiger als Fixtarife. Während der Strompreis für Bestandskunden zwischen April und Dezember zwischen 36,4 und 38 ct/kWh lag, lag er bei dynamischen Tarifen bei etwa zwischen 32,9 und 38 ct/kWh. Auch wenn die Durchschnittspreise ähnlich sind, gab es im Jahr 2025 einen Rekord an negativen Strompreisen: Bis Ende 2025 konnten 573 negative Strompreisstunden verzeichnet werden. Von diesen Stunden können Verbraucher gezielt profitieren. Damit rücken dynamische Stromtarife immer stärker als attraktive Alternative in den Fokus.
Zwar bleiben die Preise schwankungsanfällig und können in einzelnen Phasen, etwa bei hoher Nachfrage oder ungünstigen Wetterbedingungen, zeitweise über Fixpreisangeboten liegen. Insgesamt eröffnen die Marktbewegungen jedoch deutlich mehr Chancen, aktiv von günstigen Stromphasen zu profitieren.
Wie groß das Sparpotenzial ist, hängt wesentlich von den Preisbewegungen an der Strombörse ab. Genau diese Schwankungen sind es aber auch, die Spielräume für Verbraucher schaffen: Je stärker die Preise variieren, desto mehr Möglichkeiten gibt es, besonders günstige Zeitfenster zu nutzen. Einsparungen von mehreren hundert Euro im Jahr sind möglich.
Eine wertvolle Orientierung für alle Interessierten bietet die Transparenzplattform SMARD der Bundesnetzagentur. Dort lassen sich historische Preisentwicklungen nachvollziehen und eine Modellrechnung bildet typische Kostenverläufe dynamischer Tarife anschaulich ab. Die Ergebnisse zeigen, dass dynamische Tarife 2025 im Durchschnitt häufig günstiger abschnitten.
Erwartung von noch mehr negativen Strompreisen in der Zukunft
Auch die langfristigen Entwicklungen spielen dynamischen Tarifen in die Karten. Studien gehen davon aus, dass die Zahl der Stunden mit sehr niedrigen oder sogar negativen Strompreisen weiter zunehmen wird. Hintergrund ist der stetige Ausbau erneuerbarer Energien. Wenn besonders viel Wind- und Solarstrom verfügbar ist, steigt das Angebot im Netz stark an – und die Preise sinken. An sonnenreichen und windstarken Tagen kann das sogar zu negativen Börsenpreisen führen. Allein 2024 wurden rund 17,5 Gigawatt zusätzliche Photovoltaik-Leistung installiert so lag der Strompreis 2025 in 573 Stunden Stunden im negativen Bereich. Das sind rund 25 % mehr als noch im Vorjahr. Für die frühen bis mittleren 2030er-Jahre rechnen Fachleute mit etwa 1.000 oder mehr solchen Stunden pro Jahr. Das bedeutet: Phasen mit sehr günstigen Strompreisen dürften künftig deutlich häufiger werden.
Auswertungen der vergangenen zehn Jahre zeigen zudem, dass besonders die Mittags- und Nachmittagsstunden immer öfter von niedrigen Preisen geprägt sind – genau dann, wenn viel Solarstrom eingespeist wird. Wer seinen Verbrauch in diese Zeiträume verlagern kann, profitiert besonders stark. Auch wenn einzelne Stunden teurer sein können, überwiegen oft die günstigen Phasen. Perspektivisch könnten sogar Zeitfenster mit echten Netto-Negativpreisen häufiger auftreten.
Dass diese Entwicklung bereits Realität wird, zeigte sich im Mai 2025: Endverbraucher mit dynamischem Stromtarif erhielten erstmals netto Geld dafür, dass sie Strom verbrauchten. In bestimmten Stunden waren die Börsenpreise so stark negativ, dass selbst nach Abzug von Netzentgelten, Steuern und Umlagen ein negativer Endkundenpreis übrig blieb – je nach Region zwischen sieben und elf Cent pro Kilowattstunde. Solche Ereignisse verdeutlichen, welches Potenzial in einem flexiblen Stromverbrauch künftig stecken kann.
Wann im Tagesverlauf sind Preise oft am günstigsten?
Auch wenn jeder Tag anders ist, zeigen sich typische Muster. Häufig sind die Preise nachts niedriger, ebenso zur Mittagszeit, wenn viel Solarstrom eingespeist wird, und am Nachmittag.
An Wochenenden ist Strom oft ebenfalls günstiger, weil in vielen Industriebetrieben weniger produziert wird und die Nachfrage sinkt. Besonders teuer sind dagegen häufig die frühen Abendstunden, wenn viele Haushalte gleichzeitig Strom verbrauchen, beispielsweise um das Abendessen zuzubereiten. Diese Zeitmuster sind hilfreiche Tendenzen, an denen man sich orientieren kann.
Für wen lohnen sich dynamische Stromtarife?
Ob sich ein dynamischer Tarif lohnt, hängt in erster Linie davon ab, ob der Stromverbrauch zeitlich verschoben werden kann. Besonders geeignet sind Haushalte mit größeren, flexiblen Verbrauchern. Dazu zählen Wärmepumpen, bei denen durch gute Gebäudedämmung Heizphasen zeitlich angepasst werden können, sowie Elektroautos, die bevorzugt in günstigen Nachtstunden geladen werden. Auch Pufferspeicher oder Batteriespeicher erhöhen die Flexibilität. In Kombination mit einer Photovoltaikanlage kann tagsüber viel eigener Solarstrom genutzt werden, während Netzstrom gezielt in günstigen Phasen bezogen wird.
In solchen Haushalten sind Automatisierungen ein entscheidender Faktor. Smarte Steuerungen oder Anbieter-Apps können Geräte automatisch dann starten, wenn die Preise niedrig sind. Einige Anbieter setzen hier besonders stark auf digitale Lösungen und unterstützen Nutzer bei der Verbrauchsoptimierung.
Weniger geeignet sind dagegen Haushalte mit geringem Stromverbrauch oder ohne größere steuerbare Geräte. Wenn der Verbrauch kaum verschoben werden kann und das Verhalten nicht angepasst wird, kann ein dynamischer Tarif sogar zum Kostenrisiko werden. Auch Verbraucherschutzorganisationen weisen darauf hin, dass sich diese Tarife vor allem für Haushalte mit steuerbaren Großverbrauchern lohnen.
Bleibt das eigene Nutzungsverhalten unverändert, schrumpfen die Vorteile deutlich. Der zentrale Hebel dynamischer Tarife ist die bewusste Nutzung günstiger Zeitfenster und das Meiden teurer Stunden. Ohne Lastverschiebung und ohne Automatisierung kann sich der finanzielle Vorteil stark reduzieren oder ganz entfallen.
Wie kommt man an das notwendige iMSys?
Die technische Voraussetzung für eine so genaue Abrechnung ist ein intelligentes Messsystem (iMSys). Dieses führt Zählerstandsgangmessungen durch, was meint, dass es die Zählerstände in 15-Minuten-Intervallen empfängt und versendet. Das Kommunikationsmodul des intelligenten Messsystems ermöglicht es somit, dass die Messwerte des Verbrauchers viertelstündlich übertragen und der Verbrauch final den jeweils aktuellen Preisen der Strombörse zugeordnet werden kann.
Wer noch kein intelligentes Messsystem besitzt, kann dieses beispielsweise bequem bei inexogy unter shop.inexogy.com konfigurieren und bestellen. Kunden von inexogy erhalten Zugang zu einem Energieportal, in dem sowohl der Zählerstand als auch der aktuelle und der historische Energieverbrauch im Blick behalten werden können. Anomalien können direkt erkannt und die Einstellungen von Anlagen optimiert werden.
Zusätzlich stellt das inexogy-Energieportal die Strompreise für jede einzelne Viertelstunde bereit, die bereits am Vortag für den kommenden Tag transparent eingesehen werden können. Dank des Portals wissen Kunden von inexogy also frühzeitig, zu welchen Tageszeiten die Preise vermutlich besonders niedrig sein werden. Für alle mit dynamischem Stromtarif bietet das die Option, die eigenen Lasten entsprechend auf diese Zeiten verlegen und Geld zu sparen.
Welche Anbieter dynamischer Stromtarife gibt es?
Grundsätzlich sind seit dem 01. Januar 2025 alle Energieversorger gesetzlich dazu verpflichtet, einen dynamischen Stromtarif anzubieten. Allerdings lohnt sich ein Vergleich verschiedener Anbieter, da sich beispielsweise Visualisierungsmöglichkeiten oder der Grundpreis unterscheiden können. Unter den Stromlieferanten hat inexogy verlässliche Partner, wie beispielsweise Voltego, Tibber oder RABOT Energy.
- Über Rabot Energy: Rabot Energy ist ein dynamischer Ökostromanbieter, der seinen Kunden nachhaltigen Strom zum Einkaufspreis anbietet. So können letztere nach Angaben von Rabot Energy bis zu 40% der bisherigen Stromkosten sparen. Über eine App können Kunden direkt einsehen, wann der Strom am günstigsten und grünsten ist, und ihren Verbrauch entsprechend anpassen. Im Fokus des Unternehmens stehen vor allem E-Auto-Besitzer.
- Über Tibber:Tibber bietet einen dynamischen Tarif mit 100% Ökostrom. Mit der Tibber-App können Kunden unter anderem die Rechnungen einsehen und den eigenen Stromverbrauch besser verstehen. Mit Smart Meter können beispielsweise Steuerfunktionen oder Smart Charging genutzt werden.
- Über Voltego:Voltego war einer der ersten Anbieter Deutschlands für dynamische Stromtarife. Der Energieanbieter bietet seinen Kunden zu 100 % nachhaltigen Grünstrom. Die Abnahmemengen sind bei Voltego nicht gedeckelt, sodass auch gewerbliche Kunden und Großabnehmer von dem Tarif profitieren können.
Werfen Sie gerne auch einen Blick in unseren Blogbeitrag „Die besten dynamischen Stromtarife mit Smart Meter“
Worauf man bei der Tarifwahl achten sollte
Nicht jeder dynamische Tarif ist gleich aufgebaut. Wichtig ist unter anderem, in welchen Intervallen sich der Preis ändert, ob stündlich oder viertelstündlich. Auch zusätzliche Funktionen wie Apps, Automatisierungsoptionen und transparente Verbrauchsübersichten spielen eine Rolle. Kündigungsfristen, mögliche Zusatzkosten und die Höhe der Grundgebühr sollten ebenfalls sorgfältig geprüft werden, sodass der Tarif gewählt wird, der am besten zu den eigenen Vorgaben passt.